Boden ist Lebensgrundlage der Menschen

von Luca Heinle

Boden ist ein wertvolles Gut. Denn er ist eine endliche Ressource und übernimmt viele Ökosystemdienstleistungen. Boden dient als Wärmespeicher, als Wasserspeicher und zur Filtration, ist Grundlage der Nahrungsmittelproduktion und einer vielfältigen Biodiversität. Boden ist also Lebensgrundlage für uns Menschen.

Durch stetig steigende Flächeninanspruchnahme und Versiegelung sind diese wertvollen Eigenschaften in Gefahr. Schon heute sind rund 45% der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland versiegelt.

Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist es deshalb, den täglichen Anstieg der Flächenversiegelung bis zum Jahr 2030 auf 30ha zu reduzieren und bis 2050 netto keine weiteren Flächen zu beanspruchen. Langfristiges Ziel ist es eine Flächenkreislaufwirtschaft zu etablieren.

Die Verfügbarkeit der Ressource Boden bzw. Fläche ist besonders in der urbanen Umgebung rar, begrenzt und heißbegehrt. Es gilt Synergien zu nutzen.

Ganz besonders die Immobilienbranche ist hier gefordert, dazu beitragen, das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie einzuhalten und weiterer Flächenversiegelung entgegenzuwirken. Die Pflege des Gebäudebestandes und bessere Nutzung von Aufstockungsmöglichkeiten können sich hier positiv auswirken. Zudem sollten Freiflächen versickerungs- oder speicherfähig sein und grüne Dächer und andere vertikale Flächen begrünt werden, um Starkregenereignisse zu puffern und Grundwasservorräte aufzufüllen. All dies sind sinnvolle Maßnahmen, um die Risiken von Klimawandelfolgen zu minimieren und damit die Lebensgrundlagen für Pflanzen, Tiere und den Menschen zu erhalten!

Lassen Sie uns darüber sprechen! EVORA hilft seit 10 Jahren spezialisiert und erfolgreich Klienten dabei, Klimarisiken und Chancen zu verstehen und sich strategisch von der Fondsebene bis zum einzelnen Objekt zukunftssicher und wertoptimierend aufzustellen.

Quelle: S. Marahrens / Umweltbundesamt https://www.umweltbundesamt.de/bild/schematische-darstellung-von-boden-als

Gebäudesektor verfehlt als ein einziger die Klimaziele 2020 – Sofortprogramm muss vorgelegt werden

Deutschland erreicht dank Corona-Lockdown die Klimaziele für 2020 – nur der Gebäudebereich verfehlt sein Sektorziel. Das ging aus den gestern vorgestellten, vorläufigen Emissionsdaten des Umweltbundesamtes (UBA) für das Jahr 2020 hervor, die erstmals nach den Vorgaben des Bundesklimaschutzgesetzes vorgelegt wurden. Was bedeutet das für die Immobilienbranche?

Mit dem Klimaschutzgesetz wurden 2019 für jeden Wirtschaftssektor eigene Klimaziele für das Jahr 2030 und Zwischenziele für jedes einzelne Jahr auf dem Weg dorthin festgelegt. Dies soll eine faire Lastenverteilung sichern und Verantwortungsdiffusion verhindern. Der Gebäudesektor muss seine direkten Emissionen bis 2030 auf maximal 70 Mio. Tonnen CO2 reduzieren – ein Rückgang von etwa 40% in 10 Jahren. Für 2020 waren 118 Mio. Tonnen erlaubt, ausgestoßen wurden aber 120 Mio. Tonnen. Zum Teil erwartbar waren im Corona-Jahr die Emissionen von Gewerbe- und Handelsimmobilien gesunken, die der privaten Haushalte jedoch gestiegen.

Nun greift im Klimaschutzgesetz ein automatischer Mechanismus: Wenn ein unabhängiges Expertengremium die UBA-Zahlen als belastbar bewertet, muss das für den Gebäudesektor zuständige Innen- und Bauministerium innerhalb von drei Monaten ein Sofortprogramm vorschlagen, dass den Sektor plausibel auf Zielkurs bringen könnte. Der Bundestag müsste dieses dann schnellstmöglich beschließen. Das kann in einem Wahljahr jedoch bedeuten, dass Beschlüsse erst nach der Bundestagswahl im Herbst gefasst werden. Sofortprogramme können von neuen Förderprogrammen bis zu Ordnungsrecht alles enthalten, was politisch möglich ist.

Fazit: Die Emissionen des deutschen Gebäudesektors sinken seit Jahren nicht im nötigen Maße, um den Klimazielen näher zu kommen. Die Zielmarke von 118 Mio. Tonnen für 2020 entsprach in etwa dem Wert von 2018 und war damit noch nicht ambitioniert. Die schwierigen Jahre liegen noch vor uns. Und je länger die Ziele verfehlt werden, desto deutlicher werden absehbar die politischen Gegenmaßnahmen ausfallen. Es lohnt sich also für Immobilienhalter, frühzeitig selbst die Initiative zu ergreifen, um flexible Lösungen zu finden.

Die EU macht ernst beim Klimaschutz – Mindeststandards für den Gebäudebestand sind in Arbeit

Für Immobilienhalter könnten sich die Rahmenbedingungen für Investitionsentscheidungen zum Themen Klimaschutz schon sehr bald fundamental ändern.

Und hier geht es nicht um das am 1. November in Kraft getretene Gebäudeenergiegesetz (GEG), das größtenteils nur bestehende Regeln fortschreibt. Es ist die EU-Kommission, die vorprescht. Als Teil Ihrer „Renovation Wave“ wird sie bis Ende 2021 Vorschläge zu energetischen Mindeststandards für Bestandsgebäude vorlegen. Ähnlich wie bereits in den Niederlanden, UK und Frankreich, könnten dann auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern in einigen Jahren etwa Neuvermietungs- oder Verkaufsbeschränkungen für die energetisch schlechtesten Bürogebäude greifen. Denn die vorgesehene, weitere Verschärfung der EU-Klimaschutzziele wird auch für den deutschen Gebäudesektor mehr Ambition bedeuten. Schon heute liegt das deutsche 2030-Ziel für Gebäude bei -40% CO2 gegenüber heute.

Für Investoren bedeutet dies zum einen die lang ersehnten, klareren klimapolitischen Ansagen, auf deren Basis Investitionsentscheidungen getroffen werden können. Zum anderen fragen sich viele jetzt, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Wertentwicklung ihres Portfolios nicht zu gefährden, wenn aus theoretischem Klimarisiko materielle Regulierung wird.

Lassen Sie uns darüber sprechen! EVORA hilft seit 10 Jahren spezialisiert und erfolgreich Klienten dabei, klimapolitische Risiken und Chancen zu verstehen und sich strategisch von der Fondsebene bis zum einzelnen Objekt zukunftssicher und wertoptimierend aufzustellen.