Der deutsche Sustainable Finance-Beirat hat seinen Bericht samt 31 Empfehlungen veröffentlicht. Was sind die 5 wichtigsten Aspekte aus Immobiliensicht?

Der Sustainable Finance Beirat der Bundesregierung (SFB) hat in der vergangenen Woche seinen Abschlussbericht veröffentlicht. Er ist das Ergebnis von über anderthalb Jahren Diskussion unter Fachleuten aus der Finanz- und Realwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Unter dem Titel „Shifting the Trillions“ empfiehlt der Bericht der Bundesregierung 31 konkrete Maßnahmen, die die Politik ergreifen sollte, damit der Finanzsektor stärker zur Bewältigung der „Großen Transformation“ hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beitragen kann. So soll Deutschland auch zu einem führenden Sustainable Finance-Standort werden.

Die Empfehlungen des SFB sind nicht bindend. Sie sollen jedoch in die Entwicklung einer deutschen Sustainable Finance-Strategie einfließen. Einige der Vorschläge dürften im Falle ihrer Umsetzung einen erheblichen Einfluss auf die Immobilienbranche haben.

Wir haben aus dieser Perspektive 5 wirkmächtige Empfehlungen aus den 130 Seiten des Berichts herausdestilliert.

  • Ausweitung der nicht-finanziellen Berichtspflichten auf deutlich mehr Unternehmen (ab dem Geschäftsjahr 2022 für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach dem Comply-or-Explain-Prinzip), stärker standardisiert (verankert im Lagebericht) und an zukünftigen Anforderungen und Risiken ausgerichtet (TCFD und Ziele des Green Deal der EU). Hierfür soll sich die Bundesregierung auf EU-Ebene im Rahmen einer Überarbeitung der Non-Financial Reporting Directive (NFRD) einsetzen. Zudem für Kreditinstitute auf nationaler Ebene Schaffung einer verpflichtenden Regelung mit nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungsanforderungen für das Kreditgeschäft.
  • Verbesserung der Datengrundlage, indem die standardisierten ESG-Angaben auch als maschinenlesbare Daten zur Verfügung gestellt werden. Dazu Schaffung einer EU-weiten ESG-Datenbank und einer deutschen Datenbank für Gebäude-Energiedaten.
  • Die Verankerung von Gebäudeenergiequalität als Wertfaktor in den Regeln der Verordnungen zur Gebäudewertermittlung.
  • Verpflichtende Stresstests für große realwirtschaftliche Unternehmen und Eigentümer von Gebäuden mit Fremdfinanzierung, um ihren Umgang mit einem standardisierten Politikszenario (Klimaneutralität 2035) offenzulegen.
  • Etablierung eines Systems zur Klassifizierung der Nachhaltigkeit aller Finanzmarktprodukte in Anlehnung an die Logik der EU-Offenlegungsverordnung. Das Klassifizierungssystem soll die Nachhaltigkeitschancen und -risiken auf einer einfachen Skala von 1 bis 5 transparent darstellen.

Die Kernbotschaft ist klar – Die Transformation hin zu einer nachhaltigeren und besonders Klima-schonenden Wirtschaft und Gesellschaft muss dringend beschleunigt werden. Das ist auch die Mission, der sich EVORA seit seiner Gründung verschrieben hat. Nun dürfen wir gespannt sein, in welchem Umfang und wann die Empfehlungen von der Bundesregierung umgesetzt werden.

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